Steuerliche Folgen des Berliner Testaments

Das Erbschaftsteuerrecht bietet viele legale Möglichkeiten der steuerlichen Optimierung. Dabei werden Eheleute zum Schutz von Ehe und Familie vom Gesetzgeber stark bevorzugt. Wichtig ist, dass die Gestaltung vor der Übertragung gründlich durchdacht und der mögliche Steuervorteil von einem Fachanwalt exakt berechnet wird.

Das Berliner Testament kann gerade bei größeren Nachlässen eine Erbschaftsteuerfalle darstellen, weil unnötig hohe oder vermeidbare Steuerlasten ausgelöst werden. Beim Tod des Erstversterbenden werden die Steuerfreibeträge der Kinder im ersten Erbfall nicht genutzt. Der auf die Kinder als Schlusserben übergehende Nachlass wird zudem zweimal besteuert, nämlich beim Tod des ersten und des zweiten Ehegatten.

Verschärft wird die Situation zusätzlich dadurch, dass sich durch den ersten Erbfall der Wert des Nachlasses des Überlebenden erhöht und hierdurch wegen der Steuerprogression ein höherer Steuersatz ausgelöst werden kann. Es kann deshalb zu empfehlen sein, den Kindern beim Tod des Erstversterbenden Geldvermächtnisse in Höhe der Freibeträge zuzuwenden.