Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken07.11.2011

Umdeutung eines formunwirksamen Ehegattentestaments in ein formwirksames Einzeltestament

Ein gemeinschaftliches Testament ist die Zusammenfassung von letztwilligen Verfügungen von Ehegatten (§ 2265 BGB) oder von gleichgeschlechtlichen, eingetragenen Lebenspartnern im Sinne von § 1 Lebenspartnerschaftsgesetz. Das gemeinschaftliche Testament kann in notarieller Form oder als eigenhändiges Testament errichtet werden. Im letzteren Fall genügt es gemäß § 2267 BGB, wenn ein Ehegatte das Testament eigenhändig ge- und unterschrieben hat und der andere Ehegatte die gemeinschaftliche Erklärung eigenhändig mit unterzeichnet. Ein gemeinschaftliches Testament, das nur vom Erblasser, aber nicht von dessen Ehefrau eigenhändig geschrieben und unterschrieben worden ist, kann nach dem Beschluss des OLG Frankfurt vom 31.05.2011 (Az. 20 W 75/11) als einseitiges Testament des Erblassers umgedeutet werden, wenn ein entsprechender Testierwille festgestellt werden kann (OLGR Frankfurt, NJWE-FER 1998, 182; Palandt-Weidlich, 70. Aufl. 2011, § 2265 BGB Rn. 3).



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