Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken08.07.2009

Pflichtteilsentziehung wegen ehrlosen und unsittlichen Lebenswandels

Gemäß § 2333 Nr. 5 BGB ist eine Entziehung des Pflichtteils eines Abkömmlings wegen einem ehrlosen oder unsittlichen Lebenswandel wider den Willen des Erblassers möglich. Dies gilt auch, wenn der Erblasser die Beziehungen zu dem Abkömmling bereits abgebrochen hatte und der Abkömmling aus diesem Grunde nicht unmittelbar in den Interessenkreis des Erblassers eingreift. So das LG Bonn, Urteil vom 17.02.2009, 18 O 144/07, BeckRS 2009, 11539. Die Entscheidung des LG Bonn steht im Widerspruch zu einer Entscheidung des BGH. Dieser hatte in einem ähnlich gelagerten Fall mit Urteil vom 23.01.1980, IV ZR 152/78, NJW 1980, 936 entschieden, dass eine Pflichtteilsentziehung gemäß § 2333 Nr. 5 BGB voraussetze, dass der Abkömmling durch sein Verhalten in den Interessenkreis des Erblassers eingegriffen habe. Eins solcher Eingriff in den Interessenkreis des Erblassers liege nicht vor, wenn die Beziehungen zwischen Erblasser und Abkömmling zum Zeitpunkt der Pflichtteilsentziehung bereits endgültig abgebrochen war. Das LG Bonn folgt der Entscheidung des BGH nicht, weil nach dieser ein Erblasser, der die Beziehung wegen des ehrlosen und unsittlichen Verhaltens des Abkömmlings bereits abgebrochen hat, schlechter behandelt würde als derjenige, der noch einen geringen Kontakt unterhält.



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