Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken18.08.2007

Vermögensstraftat allein rechtfertigt nicht die Entziehung des Pflichtteils

Begeht ein Kind eine Vermögensstraftat gegen ein Elternteil. so rechtfertigt dies allein nicht die Entziehung des gesetzlichen Pflichtteils. So das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil vom 22.02.2007, Az.: 10 U 111/06. Zwar könne der Erblasser einem Abkömmling nach § 2333 BGB den Pflichtteil entziehen, wenn der Abkömmling sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen den Erblasser oder dessen Ehegatten schuldig gemacht habe. Ob ein solches schweres Vergehen vorliege, beurteile sich jedoch nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach dem Grad des sittlichen Verschuldens. Verfehlungen gegen das Eigentum oder das Vermögen des Erblassers berechtigten nur dann zur Entziehung des Pflichtteils, wenn sie nach ihrer Natur und ihrer Begehungsweise eine grobe Missachtung des Eltern-Kind-Verhältnisses darstellten und deswegen eine schwere Kränkung des Erblassers bedeuteten.



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