Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken13.06.2005

Erbquote bei deutschem Familienrecht und ausländischem Erbrecht

Ist in einem Erbfall zwar deutsches Familienrecht, jedoch österreichisches Erbrecht anwendbar, so erhöht sich der Erbteil des überlebenden Ehegatten nicht gemäß § 1371 BGB um ein pauschales Viertel. In einem Fall, in welchem ein österreichischer Erblasser mit einer deutschen Ehefrau nach deutschem Recht die Ehe geschlossen hatte, entschied das OLG Stuttgart, dass sich der Erbteil der Ehefrau, welcher nach österreichischem Recht 1/3 betrug, nicht aufgrund der güterrechtlichen Reglung des § 1371 BGB um eine weiteres 1/4 erhöhe. § 1371 BGB sei eine rein güterrechtliche, d.h. familienrechtliche Regelung, die bei einer nach ausländischem Recht zu bestimmenden Erbfolge nicht zu berücksichtigen sei, wenn das ausländische Recht eine solche Regelung nicht kenne. Eine Erhöhung des Erbteils wegen des Güterstandes der Zugewinngemeinschaft findet somit nicht statt. Ein etwaiger Zugewinnausgleich habe in einem solchen Fall ggf. nach rein familienrechtlicher Berechnung zu erfolgen und nicht durch eine Erhöhung der Erbquote. So ein Beschluss des OLG Stuttgart vom 8. 3. 2005 - 8 W 96/04, NJW-RR, 740.



← zurück
Gerne helfen Ihnen die Fachanwälte für Erbrecht in München weiter. Vereinbaren Sie doch einfach einen persönlichen Beratungstermin und nehmen Sie Kontakt zur Kanzlei Advocatio auf!

Advocatio Rechtsanwälte in München (089) 2101020
Ihre Experten für Pflichtteilsrecht in München
Diese Website nutzt Cookies, um die bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Mehr Informationen