Erbrecht, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Vertriebsrecht in München

Bezeichnung des Kunden als "Arschloch" rechtfertigt nicht unbedingt eine Kündigung

Das LAG Schleswig-Holstein musste sich im Urteil vom 08.04.2010 - 4 Sa 474/09 mit der Frage beschäftigen, ob die Beleidung des Vertreters des Kunden mit der mehrfachen Bezeichnung als "Arschloch" durch einen Kraftfahrer für eine fristlose Kündigung ausreicht. Das Gericht stellte darauf ab, dass für den Kraftfahrer die Position des unbekannten Gegenüber als Vertreter des Kunden nicht erkennbar war und dieser selbst zu der Entgleisung beigetragen hat. Zudem war das Arbeitsverhältnis bisher unbeanstandet. Eine Abmahnung wäre nach Ansicht der Richter in diesem konkreten Fall das richtige Mittel gewesen, um den Arbeitnehmer an seine Pflichten zu erinnern, nicht jedoch die fristlose Kündigung, die folglich unwirksam ist.