Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken05.11.2010

Berliner Testament führt zu getrennt zu betrachtenden Erbfällen

Setzen Ehegatten sich im Rahmen eines Berliner Testaments wechselseitig zu Erben ein, so ist nach dem Tod des Letztversterbenden bei der Berechnung des Pflichtteiles von zwei getrennten Erbfällen und nicht nur von einem Erbfall auszugehen. Dies gilt selbst dann, wenn die Erblasser bei Abfassung des gemeinschaftlichen Testaments nur einen begünstigenden Erbfall bedacht haben. Im Ergebnis führt dies dazu, dass sich ein Pflichtteilsberechtigter und ein Schlusserbe beim Tod des Letztversterbenden nur Zuwendungen anrechnen lassen muss, die er von dem Letztversterbenden erhalten hat. Zuwendungen, die er von dem bereits vorverstorbenen Ehegatten erhalten hat, muss er sich beim Tode des Letztversterbenden hingegen nicht anrechnen lassen. So das OLG Koblenz, Beschluss vom 14. 6. 2010 - 2 U 831/09, ZEV 2010, 473 in Anlehnung an die grundsätzliche Entscheidung des BGH vom 13-07-1983 - IVa ZR 15/82, NJW 1983, 2875.



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