Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken11.09.2010

Ausschluss der Auseinandersetzung und Testamentsvollstreckung

Miterben können durch Vereinbarung untereinander die Auseinandersetzung des Nachlasses auf Dauer ausschließen. Ist Testamentsvollstreckung lediglich als Abwicklungsvollstreckung gemäß §§ 2203, 2204 BGB angeordnet, so führt eine derartige Vereinbarung der Miterben ipso jure zur Beendigung der Testamentsvollstreckung, ohne dass es weiterer Maßnahmen, insbesondere einer Aufhebung der Testamentsvollstreckung oder einer Entlassung des Testamentsvollstreckers, durch das Nachlassgericht bedarf. Ein Erbschein, der die Beschränkung der Erben durch die Anordnung der Testamentsvollstreckung ausweist (§ 2364 Abs. 1 BGB wird insoweit unrichtig und ist einzuziehen ( 2361 BGB, 353 FamFG). So der amtlicher Leitsatz des OLG Nürnberg im Beschluss vom 21.04.2010 - 12 U 2235/09, NZG 2010, 864. Das OLG Nürnberg stellt zudem klar, dass Miterben einvernehmlich die Auseinandersetzung des Nachlasses auch nur hinsichtlich eines einzelnen Nachlassgegenstands, im konkreten Fall ein Gesellschaftsanteil, vereinbaren können. Eine bloße Abwicklungsvollstreckung steht dem nicht entgegen. Vielmehr endet diese aufgrund einer solchen Einigung der Miterben in Bezug auf den betroffenen Gegenstand.



← zurück
Gerne helfen Ihnen die Fachanwälte für Erbrecht in München weiter. Vereinbaren Sie doch einfach einen persönlichen Beratungstermin und nehmen Sie Kontakt zur Kanzlei Advocatio auf!

Advocatio Rechtsanwälte in München (089) 2101020
Ihre Experten für Pflichtteilsrecht in München