Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken07.06.2007

Ausschlagungsfrist bei belastetem Erbteil

Ist ein Miterbe vom Erblasser mit einer Ausgleichspflicht i. S. von §§ 2316, 2050 Abs. 3 BGB belastet worden, so bestimmt sich die nach § 2306 BGB maßgebliche Frage, ob der ihm hinterlassen Erbteil größer oder kleiner als sein Pflichtteil ist, nach der sog. Werttheorie. Dies bedeutet, dass sich die Berechnung der Verhältnisse von Pflichtteil und gesetzlichem Erbteil nicht nach der nominellen Erbquote bestimmt, sondern nach einem wertmäßigen Vergleich zwischen dem Wert des Pflichtteils und dem Wert des belasteten Erbteils. Die Anwendung der Werttheorie kann zu sehr schwierigen Berechnungen führen. Aus diesem Grunde beginnt im Falle einer Anwendung der Werttheorie im Hinblick auf § 2306 BGB die Ausschlagungsfrist erst dann, wenn der Pflichtteilsberechtigte weiß, ob der Wert seines Erbteils den ihm unter Berücksichtigung der gesetzlichen Ausgleichspflicht zukommenden Pflichtteil übersteigt oder nicht. So das OLG Zweibrücken, Urteil vom 3. 8. 2006 - 4 U 114/05., ZEV 2007, 97.



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