Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken22.09.2005

Beweislast für Testierunfähigkeit bei undatiertem Testament

Für eine Testierunfähigkeit einer Person ist grundsätzlich derjenige beweispflichtig, der sich auf diese beruft. Ist jedoch ein Testament nicht datiert und auch nicht auf Grund sonstiger Umstände zu ermitteln, wann es verfasst wurde, so trifft die Feststellungslast denjenigen, der Rechte aus dem Testament für sich herleiten möchte. Steht hierbei fest, dass der Erblasser zu irgendeinem Zeitpunkt während des in Betracht kommenden Zeitraums der Testamentserrichtung testierunfähig war, hat der durch das Testament Begünstigte die Testierfähigkeit zu beweisen. So das OLG Jena in einem Beschluss vom 4. 5. 2005 - 9 W 612/04. Das OLG Jena begründet diese Rechtsfolge letztlich mit einer entsprechenden Anwendung des § 2247 Abs. 5 BGB. Danach ist ein undatiertes Testament, bei welchem sich aufgrund des mangelnden Datums Zweifel an der Wirksamkeit des Testamentes ergeben, nur dann als gültig anzusehen, wenn die für die Frage der Wirksamkeit notwendigen Feststellungen anderweitig getroffen werden können.



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