Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken06.09.2005

Vorsicht bei Schenkungen an Schwiegerkinder

Übertragen Eltern im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolge schenkungsweise ein Grundstück zu je ½ an ihr Kind und an dessen Ehegatten, so stellt sich die Übertragung an den Ehegatten des Kindes schenkungsteuerrechtlich betrachtet als ein Erwerb seitens des Schwiegerkindes von den Schwiegereltern dar. Selbst wenn die Zuwendung an den Ehegatten des Kindes auf Veranlassung des Kindes erfolgte, ist die Übertragung nicht als Schenkung zunächst an das Kind und sodann folgende ehebedingte Zuwendung des Kindes an den Ehegatten zu bewerten, sondern als unmittelbare Schenkung der Eltern des Kindes an den Ehegatten des Kindes. So der BFH, Urteil vom 10.03.05, II R54/03. Um entsprechend diesem Ergebnis anfallende Schenkungsteuer in einer ungünstigen Steuerklasse mit einem nur geringen Freibetrag zu vermeiden, ist zu empfehlen, Schenkungen nur an Kinder vorzunehmen. Diese können dann einen Anteile der Schenkung im Rahmen einer ehebedingten Zuwendung an den Ehegatten weiterleiten. Wirtschaftlich führt dies zu dem gleichen Ergebnis wie eine Schenkung an ein Kind und dessen Ehegatten. Steuerlich liegt im Falle der empfohlenen Variante jedoch keine steuerlich ungünstige Schenkung der Eltern an den Ehegatten des Kindes vor.



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