Advocatio Rechtsanwälte in München
Text drucken25.08.2005

Keine Vermutung der Vernichtung eines Testamentes bei bloßer Nichtauffindbarkeit

Gem. § 2255 BGB kann ein Testament dadurch widerrufen werden, dass der Erblasser in der Absicht, das Testament aufzuheben, die Testamentsurkunde vernichtet oder an ihr Veränderungen vornimmt, durch welche der Wille, eine Erklärung aufzuheben, ausgedrückt zu werden pflegt. Die Absicht das Testament aufzuheben wird vermutet, wenn der Erblasser eine solche Vernichtung oder Veränderung an der Testamentsurkunde vornimmt. Ist jedoch ein Testament bloß nicht auffindbar und kann nicht festgestellt werden, ob der Erblasser die Urkunde vernichtet hat, oder ob sie aus anderen Gründen nicht auffindbar ist, so kann nicht vermutet werden, dass der Erblasser die Aufhebung des Testamentes beabsichtigt hat. Zweifel an einer Vernichtung der Testamentsurkunde durch den Erblasser gehen zu Lasten desjenigen, der sich auf die Vernichtung als Form des Widerrufes des Testamentes beruft. Dabei kann die bloße Tatsache der Unauffindbarkeit der Urkunde keine tatsächliche Vermutung dahingehend begründen, dass das Testament durch den Erblasser vernichtet worden ist. Vielmehr müssen weitere Indizien vorliegen, um im Zusammenhang mit der Nichtauffindbarkeit des Testamentes den Nachweis der Vernichtung zu erbringen. So das LG Duisburg, Beschluss vom 29.03.2005, 7 T 49/05.



← zurück
Gerne helfen Ihnen die Fachanwälte für Erbrecht in München weiter. Vereinbaren Sie doch einfach einen persönlichen Beratungstermin und nehmen Sie Kontakt zur Kanzlei Advocatio auf!

Advocatio Rechtsanwälte in München (089) 2101020
Ihre Experten für Pflichtteilsrecht in München