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Die Erbfolge

Die Erbfolge bestimmt, welche Personen nach welchen Regelungen das Vermögen des Verstorbenen erhalten. Dabei tritt die gesetzliche Erbfolge ein, wenn keine wirksame letztwillige Verfügung (hierunter versteht man ein Testament oder einen Erbvertrag) vorliegt. Bestimmt sich die Erbfolge hingegen nach einem wirksamen Testament oder einem wirksamen Erbvertrag, spricht man von gewillkürter Erbfolge. Ein Erbrecht entsteht erst mit dem Tode des Erblassers. Vor diesem Zeitpunkt besteht kein Erbrecht des potentiellen Erben, da immer noch Änderungen der Erbfolge eintreten können.

1. Erbfall

Jeder Tod einer natürlichen Person löst einen Erbfall aus. Ob eine natürliche Person tot ist, muss nach medizinischen Gesichtspunkten festgestellt werden. Maßgeblich ist der Eintritt des Hirntodes. Bei verschollenen Menschen ist eine Todeserklärung nach dem Verschollenheitsgesetz möglich. Im Rahmen einer solchen Erklärung wird per Beschluss die widerlegbare Vermutung begründet, dass eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt gestorben ist (§ 9 Verschollenheitsgesetz).

2. Erblasser und Erbe

Eine verstorbene Person, deren Vermögen auf einen oder mehrere Erben übergeht, wird als Erblasser bezeichnet. Der Begriff „Erblasser“ bezeichnet damit grundsätzlich die verstorbene Person, deren Vermögen übergeht. Jedoch verwendet das Gesetz auch für noch lebende Menschen den Begriff „Erblasser“, wenn diese eine Verfügung von Todes wegen errichten, eine solche widerrufen beziehungsweise ändern oder wenn sie erbrechtlich relevante Verträge, wie beispielsweise einen Erbverzicht, schließen. Als Erbe wird die Person bezeichnet, auf die im Falle des Todes eines Menschen dessen Vermögen übergeht. Geht das Vermögen nur auf einen Erben über, ist dieser Alleinerbe. Geht das Vermögen auf mehrere Erben über, sind diese Miterben.

3. Gesamtrechtsnachfolge

Mit dem Tod einer Person geht deren Vermögen als Ganzes auf den oder die Erben über (§ 1922 Absatz 1 BGB). Der Erbe tritt mit dem Erbfall unmittelbar und sofort in die gesamten Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Er erbt somit nicht nur die Aktiva, sondern wird mit dem Erbfall zugleich auch Schuldner aller Verbindlichkeiten des Erblassers. Eine Einzelrechtsnachfolge, wonach der Erblasser für einzelne Vermögensgegenstände (beispielsweise ein Grundstück oder ein Bankguthaben) einen Erben benennt, kennt das deutsche Erbrecht nicht. Auch im Falle einer Erbengemeinschaft erhalten die Miterben keine einzelnen Gegenstände, sondern nur einen Anteil am Gemeinschaftsvermögen. Die unmittelbare Übertragung von Einzelgegenständen ist nur ausnahmsweise in einigen Gesetzen der Bundesländer für landwirtschaftliches Vermögen geregelt, um landwirtschaftliche Betriebsstätten als Einheit zu erhalten und nicht der Gefahr einer Teilung unter Miterben auszusetzen. Abgesehen von dieser Ausnahme ist die Zuwendung einzelner Gegenstände nur in Form eines Vermächtnisses und nicht durch eine Erbeinsetzung möglich. Ein solches Vermächtnis kann jedoch nie einen Erben ersetzen, sondern nur zusätzlich neben einer Erbfolge bestehen. 

4. Erbfähigkeit

Neben Menschen, als natürliche Personen, sind auch juristische Personen (beispielsweise ein eingetragener Verein, eine GmbH oder eine Stiftung) erbfähig. Die Erbfähigkeit muss zum Zeitpunkt des Erbfalls gegeben sein. Erbe kann damit nur werden, wer zur Zeit des Erbfalls lebt (§ 1923 Absatz 2 BGB). Jedoch kann auch ein bereits gezeugter, aber noch nicht geborener Mensch (sogenannter nasciturus) Erbe werden (§ 1923 Absatz 2 BGB). Voraussetzung für seine Erbfähigkeit ist aber, dass er nach dem Erbfall lebend zur Welt kommt. Tiere (§ 90a BGB) können nicht Erbe werden. Will der Erblasser ihnen etwas zuwenden, ist dies nur über sogenannte Auflagen möglich, mit welchen ein Erbe oder ein Vermächtnisnehmer verpflichtet wird, aus dem erhaltenen Vermögen das Tier zu versorgen.

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